E-Book | Ich bin raus! Homosexualität & geistlicher Missbrauch

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Ich bin raus! Homosexualität und geistlicher Missbrauch – ein persönlicher Erfahrungsbericht von mir.

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Leseprobe:

Vorwort

15 Jahre war ich aktives Mitglied sowie Mitarbeiter einer „charismatischen Megagemeinde“. (Megagemeinde = über 1000 „Mitglieder“). Diese Gruppierungen sind auch als sogenannte „evangelikalen Gemeinden“ bekannt.

Vor etwa 11 Jahren bin ich aus dieser Gemeinde ausgetreten. Aus meiner heutigen Perspektive und mit meiner jetzigen Lebenserfahrung stellt diese Gemeinde für mich eine Sekte dar, die mit einer sehr perfiden und subtilen Art und Weise Menschen beeinflusst. Ihr Hauptwerkzeug hierbei ist die Verbreitung von Angst.

Im Verlauf dieses Buches werde ich auf diesen Punkt noch näher eingehen und auch erklären, wie ich zu dem persönlichen Ergebnis komme, dass es sich hier um eine Sekte handelt.

Damit möchte ich nicht ausdrücken, dass grundsätzlich alle charismatischen Gemeinden Sekten sind. Meine ehemalige Gemeinde ist für viele andere Gemeinden Vorbild und hat demzufolge einen gewissen Einfluss in der christlichen Szene und daher vermute ich, dass zumindest Sekten ähnliche Zustände, in einigen anderen solchen Gemeinden bestehen können.

Meine Erfahrungen beschränken sich auf nur eine Gemeinde. Demnach kann und werde ich kein generelles Urteil darüber fällen, sondern mich auf meine persönlichen Erfahrungen beziehen.

Es ist sehr schwer herauszufiltern und überhaupt zu erkennen, wie Menschen in einer christlichen Gruppe derart unter Angst geraten können. Über die von mir erlebten Mechanismen, die mich in Abhängigkeit, Unfreiheit und Angst führten, möchte ich in diesem Buch sprechen.

Der Inhalt dieses Buches ist also ein sehr persönlicher und authentischer Erfahrungsbericht über mein Leben in dieser Gemeinde und wie ich schließlich den Weg hinaus fand. Bewusst nenne ich keine Namen und auch nicht die betreffende Gemeinde. Die von mir beschriebenen Menschen und Orte sind anonymisiert. 
Ich möchte nicht über die Gemeinde und die Menschen die sie besuchen urteilen. Nicht alle Dinge in dieser Gemeinde mögen durchweg „schlecht und destruktiv“ sein. In dieser Biografie lege ich jedoch den Schwerpunkt auf die negativen Aspekte, die bei mir letztlich überwogen haben und von mir so erlebt wurden und schließlich auch den Austritt aus der Gemeinde bewirkt haben.

Ich unterstelle niemandem aus der Gemeinde aus Boshaftigkeit gehandelt zu haben. Wir sind alle Menschen und daher fehlbar. Ich glaube, dass die Gemeindeleitung in allen Dingen grundsätzlich nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Daher bin ich niemandem böse und hege keinerlei Groll. Den aktuellen Stand in der Gemeinde kann und will ich nicht beurteilen. Meine Vermutung, die ich durch Beiträge die immer wieder in verschiedenen Medien auftauchen oder Statements im Internet ist, dass sich die grundlegende Situation nicht stark verändert hat seit meinem Weggang vor 11 Jahren.

Es kann sein, dass meine Zeilen auf den einen oder anderen erschüttern und verstörend wirken. Denn wie kann es sein, dass in einer Gemeinde, in der Jesus nachgefolgt wird, derartige Wunden in Menschen geschlagen werden kann?

Mut zur Wahrheit

Lange habe ich mir überlegt, ob ich meine subjektiven Eindrücke und Erlebnisse überhaupt veröffentliche. Mir ist bewusst, dass ich mit der Veröffentlichung dieses Buches ein „heißes Eisen“ anfasse.

Ausstieg aus der evangelikalen Gemeinde liegt bereits lange zurück. Ich schreibe dieses Buch nicht, um jemanden persönlich anzugreifen. Meine Motivation ist es auch nicht einen persönlicher Rachefeldzug vorzunehmen. Wenn ich einen solchen hätte unternehmen wollen, hätte ich damit sicher nicht über 11 Jahre gewartet.

Ich glaube sogar, dass es gut ist, erst jetzt diese Dinge zu beschreiben, denn all die Wogen mussten sich in mir erst glätten.

Ausschlag für mich dieses Buch gerade jetzt und nach diesem langen Abstand zu schreiben, war unter anderem ein Filmbericht über diese Gemeinde, in dem Kritik von Aussteigern geäußert wurde.

Ich hatte das Empfinden als würden alle Aussagen, die auf persönlichen Erfahrungen ehemaliger Mitglieder beruhten, von der Gemeinde vehement abgestritten und die Aussteiger und Filmemacher verbal angegriffen und verunglimpft. Meines Erachtens wurde nicht ein einziger Punkt der von den ehemaligen Mitgliedern und Mitarbeitern angesprochen wurde, konstruktiv betrachtet, reflektiert oder wirklich gehört. Vielmehr schrieb der Medienvertreter der Gemeinde und der leitende Pastor über Wochen immer wieder neue Rechtfertigungspamphlete. 
Ich konnte nicht einen Kritikpunkt erkennen, bei dem auch nur annähernd seitens der Gemeinde zugegeben wurde, dass da ein Defizit oder ein Problem bestehen könnte. Im Gegenteil, die Kritiker wurden angegriffen, weil sie sich anonym äußerten und nicht ernst genommen. 
Immer wieder stand und steht diese Gemeinde wegen den immer gleichen Punkten in der Kritik. Tatsache ist, dass es einen Pool von ehemaligen Mitgliedern und Mitarbeitern gibt, die alle unabhängig voneinander mehr oder weniger auf dieselben Dinge hinweisen und dieselben Dinge erlebt haben. Es erscheint mir als höchst unwahrscheinlich, dass 100% der angezeigten Dinge purer Unsinn sein sollen. Selbst ein völlig unbeteiligter Mensch, der keinerlei Ahnung von der ganzen Materie hat, wird sicherlich skeptisch werden, wenn er erkennt, dass schlichtweg alle Kritikpunkte abgestritten werden. Und ich empfinde die Reaktion der Gemeinde als unprofessionell, unangemessen, unklug, unsolide, unseriös und peinlich. Organisationen und auch Firmen sollten eine gewisse Kritikfähigkeit besitzen. Vor allem dann, wenn die kritisierte Gruppe einen sozialen oder gar christlichen Auftrag unterhält. Des Weiteren sollte es in meinen Augen möglich sein mit Stellungnahmen von Menschen konstruktiv und souverän umzugehen. Um wie viel mehr wenn an all den Dingen wirklich nichts dran sein sollte? Dann müsste es nicht solch eine riesige Welle nach sich ziehen. „Getroffene Hunde bellen ja bekanntlich“.

Ich kenne eine Psychologin, die in der Nähe dieser Gemeinde eine Praxis führt. Sie erzählte mir, dass sie wiederum einige andere Kollegen kennt, die immer wieder ratsuchende und verzweifelte Menschen aus der Gemeinde bei sich haben. Ist das nur so, weil labile Menschen den Weg dorthin suchen? 
Sind das durchweg kaputte Persönlichkeiten, die mit dem Gemeindeleben einfach nur nicht klarkommen? Oder gar neurotische Querulanten, die immer und überall nur stänkern wollen? Laut meiner Freundin ist dem nicht so.

Verwunderlich finde ich, dass bisher noch niemand seine Erfahrungen in dieser Gemeinde als Buch veröffentlicht hat. Bei näherer Betrachtung verfliegt aber diese Verwunderung. In Ermangelung von Kritikfähigkeit hat es sicherlich Gründe hierfür. Als ich mich näher mit der Erscheinung dieses Buches beschäftigt habe wurde mir klar, an was das liegen könnte. Mir wurde von vielen Seiten dazu geraten, die Unterstützung eines Anwalts in Anspruch zu nehmen. Selbst wenn ich einen Erfahrungsbericht oder eine Art Biografie schreibe, könnte ich letztlich meine Erlebnisse nicht beweisen. Meine Aussagen könnten eine Klagewelle hervorrufen.

Wenn man also geistlichen Missbrauch erlebt hat und dies offen anspricht, kann es dazu kommen, dass man selbst zum Angeklagten wird. Bei meiner Recherche wie der allgemeine Umgang mit „Querulanten“ unter verschiedenen evangelikalen Gruppierungen gehandhabt wird, war ich teilweise sehr geschockt. Ein junger Mann, der für eine Schülerzeitung einen Artikel über eine christliche Großveranstaltung geschrieben hat indem er einen Programmpunkt, indem es um das Gesundbeten von Homosexuellen Menschen ging kritisiert und in Frage gestellt hat, erhielt danach rüde Beschimpfungen und sogar Morddrohungen. Meine Vermutung ist, dass diese schriftlichen Attacken von gläubigen Christen kamen. Dieser junge Mann war nicht der einzige Fall, den ich bei meiner Nachforschung aufstöbern konnte. Für mich ist solch ein Verhalten unvorstellbar und in keiner Weise nachvollziehbar. Und doch typisch für Fundamentalismus, wie ich finde. Trotz alledem ist mir unter anderem durch meine Kinder klar geworden, dass ich eine gewisse Verantwortung habe. Diese möchte ich gerne durch dieses Buch wahrnehmen. Ich bin eine ehemalige Insiderin und fühle mich verpflichtet meine Erfahrungen mitzuteilen.

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Inhaltsangabe:

Vorwort

Mut zur Wahrheit

Für betroffene Eltern

Mein Einstieg

Ein Fisch an der Angel

Irrenhaus oder Torontosegen?

Zeichen, Wunder und Machtvolle Taten?

Routine und Homosexualität

Geist der Rebellion

Zeit des Wandels

Offener Brief an die Gemeinde

Vorladung / Vorstandstribunal

Geistlicher Missbrauch und Manipulation

Diskriminierung

Kehrtwende

Homosexualität im Lichte der Bibel

Abschied mit Nachtreten

Resümee

Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken

Abspann

Warum Sekte

Zusätzliche Information

E-Book Format

EPUB, PDF

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