Auf einem Grundstück hier in Deutschland haben wir mehrere Bienenvölker. Dieses Jahr jedoch sind alle Bienen verschwunden. Warum, wieso und wohin – wissen wir leider nicht. Alles was uns blieb, waren die verwaisten Bienenkästen.


Natürlich kam es dadurch zum Thema: Bienensterben, Bestäubung und viele andere Dinge, die im normalen Biologieunterricht in der Schule durch genommen wird.
Durch unsere eigenen Bienen ist uns bewusst geworden, wie wichtig sie für unser Leben sind. Leider aber auch, welche verheerenden Auswirkungen die heutigen Umwelteinflüsse auf sie und letztendlich irgendwann auch auf uns haben oder haben werden.
Die leeren Bienenkästen haben wir in unserem Auto transportiert und seither riecht es darin, wie in einem Bienenkasten. Leckerer Honiggeruch.

Nun haben wir unseren ersten Honig selbst gemacht. Eine super interessante, leckere und vor allem klebrige Angelegenheit. Es herrschte einige Tage ein sehr klebriger Ausnahmezustand.

Die Kinder konnten die filigrane und erstaunlich akkurate Bauweise der Bienen an den Bienenwaben entdecken und bestaunen. Die einzelnen Waben sehen von den Maßen her fast identisch aus. Die Bienen sind wahre Baumeister!
Diese Art der Konstruktion macht einen soliden und stabilen Eindruck.

Da wir keine speziellen oder professionellen Geräte haben, die ein Imker im Normalfall nutzt, mussten wir improvisieren. Nein – dabei haben wir nicht die Waschmaschine genommen, um den Honig zu schleudern, auch wenn das eine nette Idee der Kinder war. Zentrifugalkraft war das Thema des Tages…

Hier haben wir ein paar Bilder, die veranschaulichen, wie das ganze ausgesehen hat.

Die Waben mussten entnommen werden.

Diese Wabenhonigpampe wurde zerkleinert, was gar nicht so einfach war. Denn diese Kunstwerke zu zerstören brauchte Überwindung.
Danach wurde es 24 Stunden in ein feines Netz gelegt (Fliegennetz) und über einen Topf gespannt. Dort konnte dann der Honig in den darunterliegenden Topf durchtröpfeln.

Diese Masse wurde dann in einem Wasserbad leicht erwärmt. Im untersten Topf befand sich Wasser. Der schwarze Topf enthielt die Honigwabenpampe und die Pfanne spielte den Deckel.

Sinn dieser Aktion war es, durch die Wärme den Honig zu verflüssigen, während der Wachs durch seinen höheren Schmelzpunkt noch in festem Zustand verblieb und somit beide Stoffe voneinander zutrennen. Den Honig haben wir durch ein Fliegengitternetz in das Glas gekippt um eventuelle andere Bestandteile abzufiltern. Auch das danach erwärmte Bienenwachs haben wir durch unsere Filteranlage laufen lassen. Das dadurch entstandene Thema Schmelzpunkte der verschiedenen Stoffe, wurde nebenher besprochen.

Immer wieder wurde schließlich die zähe Flüssigkeit durch einen Sieb gelassen. Auf diese Art und Weise wurde mehr und mehr Honig von den Waben bzw. dem Bienenwachs getrennt.

Wir waren erstaunt, wie viel Honig wir aus einem Bienenkasten gewinnen konnten. Und es war ein tolles Erlebnis den „eigenen“ Honig zu probieren. Wir haben jedoch auch die Bienenwaben einfach so in den Mund genommen und darauf herumgekaut wie auf einem Kaugummi.

In der Galerie sieht man was alles zurückbleibt….

Aus dem Bienenwachs, der wunderbar duftet, werden wir Kerzen ziehen. Wenn wir dann in Portugal in der Nacht vor diesen Kerzen sitzen, wird uns Dankbarkeit den Bienen gegenüber erfüllen.

Bienen sind erstaunlich. Wie fleißig diese kleinen Wesen sind und so leckere, gesunde und praktische Dinge herstellen. Das Ganze ohne Werkzeuge…

Es gibt immer weniger Imker und es fehlt an Nachwuchs. Uns war es wichtig, unseren Kinder diese Erfahrung mitzugeben – und uns selbst natürlich auch.
Ohne Bienen würde die Welt nicht mehr lange existieren. Wir brauchen sie. In manchen Ländern bestäuben die Menschen von Hand, weil die Bienen ausgerottet sind. Welch Tragödie. Wenn wir nicht aufpassen, wird uns das auch bevorstehen.
Danke an die fleißigen Bienen – wo immer ihr seid.

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