Portugal und Waldbrand. Zwei Begriffe, die leider zusammengehören.
Im Sommer 2013 wüteten um uns verheerende Waldbrände. Unsere kleine Oase befand sich inmitten dieses Flammeninfernos. Wie durch ein Wunder blieb unser Grundstück verschont, während um uns herum lediglich eine Aschewüste zurück blieb.

Verantwortlich für die Waldbrände sind die Eukalyptus Wälder. Aus diesem Grund fällen wir auf unseren 3 Hektar Land alle Eukalyptus Bäume und forsten heimische Bäume auf.

Der Eukalyptus ist kein heimischer Baum. Er ist für die Wirtschaft interessant, hat aber ansonsten sehr viele Nachteile. Vor allem: Der Waldbrand!

Hier seht ihr wie schnell das gehen kann. Wir hörten ansonsten ja nur immer in der Presse von Waldbränden. Dem jetzt so nah ausgesetzt zu sein, hatte eine ganz andere Wucht!

Seit Tagen hörten wir immer wieder die Sirenen und wussten, dass es irgendwo brennt. Das Irgendwo war aber weit weg. Wir waren es gewohnt, das Knattern der Hubschrauber zu hören und sie in der Ferne hin und her fliegen zu sehen. Sie hatten große, mit Wasser gefüllt Gefäße und flogen zum Auftanken immer zum Stausee und zurück zum Feuerherd.
Eines Tages erschien uns eine Rauchwolke, näher als es uns lieb war! Schnell wurde uns bewusst, das da eine Feuerwalze auf uns zu rollte. Wir beluden unser Auto mit unseren Meerschweinchen, Hunden und Kindern. Was war noch wichtig mitzunehmen und zu retten? Unsere Pässe, das war das Einzige, was uns einfiel. Alles andere war ersetzbar. Mit einem seltsamen Gefühl fuhren wir aus unserem Tal.

Ich selbst bin dann mit der Kamera wieder hinunter zu unserem Grundstück gegangen und konnte die Arbeit der Feuerwehr beobachten.
Die Feuerzungen waren extrem laut und das Feuer bewegte sich erstaunlich schnell. Die Hubschrauber knallten teilweise im zwei Minuten Tackt über uns hinweg, um aus der Höhe löschendes Wasser zu schütten.

Am Abend des ersten Tages fuhren wir mit unserem Auto wieder Nachhause. Wir wussten nicht, was uns genau erwarten würde und es war eine gespenstische Fahrt nach unten. Überall kleine und größere Feuerzungen. Schwarze Wüstenlandschaft wo es vorher grün gewesen war. Eine beängstigende Stille und es roch extrem nach Rauch, was über viele Wochen anhalten sollte.
Die Feuerwehr hatte sehr gute Arbeit geleistet und konnte unser Grundstück schützen. Wir hatten um unser Grundstück konsequent Brandschutz betrieben und ein Schotterweg schützte unser Grundstückszentrum. So erreichte das Feuer den Weg, der direkt an unserem Haus vorbei führt, die gegenüberliegende Seite des Hauses und hatte dort dann keine Nahrung mehr. Das Feuer kam also bis auf zwei Meter an uns heran.

Zwei Wochen lang brannte es um uns herum, denn die gelöschten Feuer flackerten immer wieder auf und fanden erneut Nahrung. Teilweise mussten wir uns und unsere Tiere Nachts evakuieren, weil aus einer Richtung wieder Feuer aufkeimte. Wir hielten Nachtwachen, um uns nicht in Gefahr zu bringen.

In diesem Moment wurde uns noch bewusster, was Monokultur anrichtet. Wir sind schon immer sehr sparsam mit Papier, da Eukalyptus hauptsächlich für die Papierindustrie angebaut wird, sind wir es noch mehr!

Feuer, Waldbrand, folgen

Für die Kinder und uns war das ein großes Abenteuer. Wir haben der Feuerwehr geholfen beim löschen, ich durfte mit der Mannschaft mitfahren, um ihnen den Weg zu uns zu zeigen und sie haben im Nachzug versucht, einen kleinen Pool neben unserem Bach zu graben. Dabei ist der Bagger allerdings im Matsch versunken und musste wieder raus gezogen werden – das ist aber eine andere Geschichte 🙂

Generell war es ein seltsames Gefühl, nicht zu wissen, ob nun die gesamte Existenz verbrennen wird. An was haften wir an? Woran hängt unser Herz? Diese Fragen gingen uns durch den Kopf, während die Feuerwehrleute immer wieder zum Auftanken der Fahrzeuge an uns vorbei fuhren und uns den Daumen nach oben zeigten.
Innerlich überlegten wir und fühlten vor, wie es uns gehen würde, wenn alles niedergebrannt wäre. Es beruhigte uns, dass wir loslassen konnten und es nehmen konnten, wie es kommen würde.

Als wir dann nach unten fuhren, sah es so aus, als hätten Engel genau an unserem Grundstück die Feuerzungen aufgehalten. Wir sind sehr dankbar.

Durch den Waldbrand hatten wir zunächst kein Wasser mehr, weil die Bewässerungsschläuche weggeschmolzen waren. Unsere gesamte Ernte war in Gefahr kaputt zu gehen. Wir legten also mehr als 300 Meter neuen Schlauch zu unserer Quelle. Dabei verbrannte sich meine Frau sehr stark beide Füße. Sie war in vier Tage alte Asche getreten! Danach lief unser kleiner Hund in diese Asche und verbrannte sich ebenfalls.
Ein Waldbrand hat Auswirkungen, die längerfristig sind. So haben wir bis heute mit den Wassermassen zu kämpfen, die nach einem Regen ungehindert zu uns fließen. Denn es fehlt das Unterholz.

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