Venedig – mit Kindern

Venedig, wir kommen!
Wir hielten uns, bei wunderschönem Wetter, einige Tage um  Venedig herum auf und erledigten diverse Dinge. Unsere Bordelektrik war ausgefallen und an unserer Aluminiumleiter, auf der wir ins Wohnmobil gelangen, wackelte eine Stufe sehr bedenklich. Dieses konnten wir alles von einem sehr netten Bulgaren reparieren lassen und wir bezahlten gerade mal 30 Euro dafür.

Schließlich wollten wir nach Venedig hineinfahren. Da es außerhalb der Saison ist, wollten wir es mit dem Wohnmobil wagen. So sind wir über die laaaaange Brücke nach Venedig hinein, aber dann sofort wieder umgedreht, weil es einfach schwer möglich ist, dort zu parken. Saison hin oder her. Wenn man parken kann, ist das sehr teuer.

Wir entschlossen uns also, via Bus am nächsten Tag Venedig zu besuchen und das Wohnmobil außerhalb stehen zu lassen.

Eine ältere Dame erklärte uns, dass man das Busticket nicht erst im Bus kaufen solle, sondern vorab in einem Tabakladen. Gesagt getan.
Mit den Bustickets in der Tasche warteten wir an der Bushaltestelle. Als der Bus in der Ferne zu sehen war, stellten sich drei ältere italienische Damen wagemutig an den Rand des Gehwegs und streckten die Hand aus, um dem Busfahrer zu zeigen, dass sie mitfahren wollen. Interessant. Wären die Damen nicht gewesen, wäre der Bus wahrscheinlich an uns vorbei gerauscht, denn wir wären nicht auf die Idee gekommen, den Daumen auszustrecken.

Die kurze Fahrt nach Venedig führt uns wieder über die laaaange Brücke. Neben uns fährt ein Zug, denn die Brücke ist sehr breit und so gibt es Platz für Autos und Züge. Das Wasser unter der Brücke ist meist niedrig. Immer wieder stehen die Möwen und andere Vögel im seichten Wasser.

Schließlich sind wir in Venedig angekommen und überqueren die erste Fußgängerbrücke in Richtung Markusplatz. Durch enge Gassen und Häuserschluchten bahnen wir uns den Weg in diesem Labyrinth. Hoch oben an den Mauern der Häuser sind die Wegweiser zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten angebracht, die gute Orientierung geben. Trotzdem verliert man ziemlich schnell jegliches Gefühl wo man sich genau befindet, denn es fehlt irgendwie die Weitsicht.

Die Hausnummern an den Häusern sind immens hoch und bewegen sich im vierstelligen Bereich.

Wir vermuten, dass diese Stadt schon sehr häufig Kulisse für irgendwelche Filme gewesen ist. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr in den Kommentaren schreibt, welche Filme Euch bekannt sind, die hier gedreht wurden und sind gespannt, was da alles zusammentragen wird.

Die Häuser scheinen wenig Sonne abzubekommen, was im Sommer sicherlich angenehm ist, aber im Winter eher Kühle und Dunkelheit bedeutet.

Immer wieder geht es über Brücken. Unter ihnen sehen wir die typischen Gondeln mit Touristen vorbeifahren. So mancher Gondoliero singt sein wunderschönes Lied auf seiner Fahrt durch die Kanäle.

Viele andere Boote ziehen unter uns vorbei, während wir auf solch einer Brücke verweilen und es ist super interessant, in diese für uns neue Welt einzutauchen:

  • Polizeiboote
  • eine Ambulanz, die sogar ein Blaulicht hat
  • Boote mit kleinen Kränen
  • Transportboote
  • ein Umzugsboot
  • Wer nach Venedig zieht oder dort wegziehen möchte, kann das alles nur per Boot machen.
  • Überall in den Gassen stehen Müllbeutel, die von Männern mit einer Karre abgeholt werden. Sie transportieren diese Karren dann zu einer Anlegestelle, an der ein Müllboot wartet und den Müll dann abtransportiert.Wie die Kanalisation hier funktioniert erfahren wir leider nicht. Das werden wir recherchieren, wenn wir das nächste Mal Internet haben.Was auffällt ist, das es relativ leer ist in Venedig und doch schon voll. Wir mögen uns gar nicht vorstellen, wie das in der Saison ist. Das Wasser im Kanal riecht nur etwas, auch hier möchten wir nicht wissen, wie es stinkt, wenn es heiß ist.Wir picknicken auf dem Markusplatz und flanieren dann am Hafen entlang und danach weiter durch Venedig. Abschliessender Höhepunkt ist dann die halbstündige Fahrt mit einer Gondel. 80 Euro kostet es und auch wenn das viel Geld ist, lohnt es sich in meinen Augen, das mal erlebt zu haben. Wir sind in der Mittagszeit also auf dem Kanal unterwegs und schwer beeindruckt von der Fahrkunst unseres Gondolieros. Sicher manövriert er uns durch die engen Gassen. Vor jeder Kurve schmeißt er seine Hupe an, indem er laut ÄU ruft.Uns kommen verschiedene andere Boote entgegen, die Waren von einem Ort in Venedig zu einem anderen transportieren. Überall sind es junge Männer, die an den Rudern der Boote stehen. Wir sehen nicht eine Frau oder einen älteren Mann am Steuer.Alle wirken sehr entspannt und freundlich und auch wenn man sich gegenseitig mit den Booten an rumst, wird nie ein scharfes Wort darüber verloren.Viel zu schnell ist unsere Reise zu Wasser beendet und wir laufen langsam wieder in Richtung Bahnhof. Auf dem Weg dorthin ließen drei Junge Leute Riesenseifenblasen fliegen. Während wir auf unseren Bus warteten, konnten unsere Jungs Seifenblasenfangen spielen. Wir waren sicherlich weit mehr als 10 Km gelaufen und uns taten allen die Beine weh. Doch die Jungs flitzen lachend den Seifenblasen hinterher, welch Energie!

    Bisher haben wir noch nie eine Stadt im Ausland besucht und Venedig war unsere Erste. Wir sind begeistert und werden sicherlich nicht das letzte Mal hier gewesen sein.

    Doch nun zieht es uns weiter. Unser nächstes Ziel ist Slowenien auf der Durchreise nach Kroatien.

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