Englisch ist nicht nur eine Fremdsprache, sondern die Weltsprache schlecht hin. Unseres Erachtens ist es sehr wichtig und richtig, dass unsere Kinder mindestens diese Fremdsprache beherrschen.

Diese Tatsache allein ist jedoch viel zu abstrakt, um Kinder zu motivieren, sich eine Fremdsprache anzueignen. Ein Kind, was noch nie im Ausland war und nie in die Situation kommt, sich in einer anderen Sprache mitteilen zu müssen, wird das noch viel zu weit weg für sein persönliches Leben einstufen und dementsprechend Schwierigkeiten haben, sich dafür selbst zu motivieren. In unseren Augen aber kann effektives Lernen, nur über den Weg der Selbstmotivation geschehen. Lernstoff soll ja langzeitmäßig kleben bleiben in uns.Füße, Schuhe, Kaugummi

Manche Kinder interessieren sich für Musiktexte und lernen daher gerne Englisch, um die Texte verstehen zu können. Solche persönlichen Gründe sind hilfreich, um sich eine Fremdsprache anzueignen.
Würde mir jemand morgen sagen, dass ich Chinesisch lernen soll, würde es mir sicher ähnlich gehen wie vielen Kindern in der Schule. Warum soll ich denn Chinesisch lernen? Wozu? Ich werde gar nicht in dieses Land fahren und kenne auch keine Chinesen, mit denen ich mich unterhalten will oder werde.
Wenn ich jedoch in wenigen Wochen für einen längeren Aufenthalt nach China reisen würde, bekäme das schon eine ganz andere Dimension für mich und mein Leben und somit einen Sinn. Auf einmal wäre es für mich wichtig, die Grundlagen zu verstehen, weil ich weiß, dass ich es brauchen würde. Die Aussage: „Man lernt nicht für die Schule, sondern für das eigene Leben“, wäre dann mehr als zutreffend.

Schule, lernen, Sprüche

Diese Umstand war gegeben, als wir in die USA gereist sind, um dort mehrere Monate mit anderen Menschen in der Wildnis Nordamerikas zu leben.
Die Umgangssprache innerhalb unseres Clans (wir waren 42 Menschen aus den USA, Schweden und Österreich) war Englisch.
Unsere Kinder haben, auf diesem natürlichen Weg, sehr schnell fließend Englisch gesprochen.

Wobei sie ein paar Grundkenntnisse von zu Hause mitgebracht hatten, denn immer wenn meine Frau und ich als Paar etwas bereden mussten, bei dem Kinderelefantenohren etwas störend waren, unterhielten wir uns auf Englisch. Das war ein super Motivationsgeber, denn die Neugierde der Kinder, an dem was ihre Eltern da sagten, trieb sie dazu, immer mehr Englisch zu lernen 😉

Unsere Kinder lernten Englisch daher nicht trocken mittels Schulhefte. Sie lernten es auch nicht, weil irgendjemand sagte, dass sie es tun müssen. Sie lernten diese Sprache weil es ihnen wichtig war und sie es für sich benötigten, es im direkten Bezug zu ihrem Leben stand.

Zum Lernen hatten sie sehr selten etwas in schriftlicher Form, weil wir ja in der Wildnis waren. Versuchsweise haben alle Kinder, nach unserem Wildnisaufenthalt, einen Hauptschulabschlusstest in Englisch geschrieben. Sie waren damals 10, 13 und 15 Jahre alt. Völlig unvorbereitet haben alle diesen Abschlusstest mit der Note 2 bestanden.

Eine unserer Töchter schrieb kurze Zeit nach dem USA-Aufenthalt eine lange Geschichte auf Englisch.
Eine andere Tochter von uns, der das Lesen nicht so viel Spaß macht, liest nun mit 15 Jahren einen für sie dicken Wälzer in Englisch.
Unsere Kinder unterhalten sich gerne auf Englisch miteinander, selbst die Fünfjährigen lassen diese Sprache immer wieder in ihr Spielen mit einfließen.

Dieses Beispiel des Erlernens einer Sprache ist, meines Erachtens, auf alle anderen Lernbereiche übertragbar. Wir lernen dann am besten und mit Freude, wenn wir es aus eigenem Antrieb heraus tun. Diesen Antrieb bekommen wir, weil wir ein Interesse an etwas haben. Und diese Interessen sind so unterschiedlich, wie wir Menschen es sind. Man kann sie in meinen Augen nicht in einem allgemein gültigen Lehrplan festhalten und somit alle Menschen über einen Kamm scheren. Manche Themen interessieren gewisse Menschen einfach nie und sie brauchen sie auch nie. Warum sollten sie sich dann damit befassen müssen? Warum sich mit Dingen belasten und seine Zeit stehlen lassen, wenn es so viele andere Dinge gibt, die einen selbst wirklich interessieren? Ist das Leben nicht viel zu kostbar und zu kurz, als es damit zu vergeuden, in einem Gebäude Zeit ab zu sitzen und sich, mit für einen selbst sinnlosem Zeug, zu beschäftigen?

Ein Abschlussgedanke: Kindern fällt das Lernen leichter als Erwachsenen. Als wir nach Portugal gezogen sind, mussten wir Portugiesisch lernen. Auch wenn die Kinder um einiges schneller sind, haben wir es doch auch geschafft, uns ganz passabel in dieser Sprache zurechtzufinden.
Immer mehr Senioren besuchen Universitäten. Das zeigt, dass man nie zu alt ist, um zu lernen. Das Lernen hört nie auf.

Gehirn, Birne, Idee, fantasy

Im Nachzug haben unsere Kinder mittels verschiedener Lernprogramme ihr Englisch vertieft. Da nach den letzten Artikeln viele Fragen hinsichtlich dessen, was wir nutzen oder wie wir es tun, aufgekommen waren.

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