Ist ein friedliches Zusammenleben zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern möglich?
Wir haben als Familie an einem Projekt teilgenommen, welches den Versuch unternahm, wie unsere Vorfahren zu leben. Wir, unsere sieben Kindern und anderen Menschen ließen uns, als steinzeitlicher Clan in den Wäldern Nordamerikas, auf ein Leben „Off Grid“ ein, ein primitives Selbstversorgerleben in der rauen Natur. Survival und die Skills wurden zu unserem Alltag und die Wildnis unser Zuhause.

Neben vielen anderen Themen haben wir uns dort intensiv mit der Lebens- und Ernährungsweise unserer Ahnen auseinandergesetzt und uns daraufhin die Frage gestellt, welche Ernährungsform die natürliche (artgerechte) Ernährung ist.

Als vegetarisch und teilweise vegan, rohköstlich lebende Familie, wurden wir dort mit Fleisch essenden Menschen konfrontiert. Und das in einer Dimension, die über das hinausging, was wir bisher erlebt hatten. Denn nun waren wir nicht nur mit dem täglichen Verzehr des Fleisches, sondern auch mit seiner Beschaffung und der Zubereitung aus nächster Nähe konfrontiert.

Mit uns kamen andere Vegetarier in den Clan, doch bereits nach wenigen Wochen aßen alle, außer wir und unsere Kinder, das Wildfleisch der im Wald lebenden Tiere, die durch ein Auto getötet oder im anliegenden See gefischt wurden. Manche wurden auch mittels primitiver Fallen getötet.

Durch großen und lang anhaltenden Hunger kamen wir in einen starken Gewissenskonflikt über unserer Einstellung zu Tieren als Nahrung.
Konnten wir uns nur leisten fleischlos zu essen, weil wir in der Neuzeit lebten? Waren wir durch unsere Lebensweise nicht auch verantwortlich für Tiere, die deswegen starben?

Zusätzlich entwickelte sich im Clan eine ganz eigene und interessante Dynamik, was das Thema Vegetarismus anging. Wir lebten dort ja in einem „Miniversum“, zurückversetzt in die Steinzeit. Unser Versuch als Vegetarier an diesem Projekt teilzuhaben und die Art und Weise des Umgangs der anderen Teilnehmer und der Projektleiter mit uns als Vegetariern, war ein höchst spannendes Unterfangen.
Respektvoller Umgang mit dem Tod und den Tierkadavern, Ethik, Toleranz, Hinterfragung der neuzeitlichen Ernährungsformen sind Themen, mit denen wir uns hier stark auseinandergesetzt haben. Wir waren eine echte Herausforderung für den Clan und er für uns.

Können wir uns in unserer Andersartigkeit akzeptieren und ist ein friedvolles Leben zwischen Vegetariern und Nichtvegetariern in einem Projekt wie diesem möglich? Was bedarf es, um miteinander klar zu kommen? Wir haben das im Kleinen versucht.

Wie geht man mit den eigenen Kindern um, wenn andere Kinder mit toten Eichhörnchen spielen oder frische, warme Tierherzen gegessen werden? Warum macht es manchen Kindern scheinbar nichts aus, tote Tierkadaver zu berühren und andere wiederum weinen beim Anblick eines toten Rehs, welches ein Baby im Bauch trug? Welchen Urinstinkt haben Kinder und was schauen sie bei uns ab?

Über unsere intensiven Erfahrungen diesbezüglich haben wir einen Erfahrungsbericht geschrieben. Interessant für alle die bereits Veganer oder Vegetarier sind, aber auch für die, die sich auf dem Weg befinden. Ehrlich und selbstkritisch beleuchte ich im Rückblick unser Straucheln, unsere Zerrissenheit und die Konfrontation mit der eigenen Einstellung. Beim Lesen des Buches kann sich jeder selbst fragen, wie er mit der Situation umgegangen wäre.

Wir danken all denen, die das Buch bereits vorbestellt haben. Morgen wird es versendet. Für alle diejenigen, die es noch nicht bestellt haben, es ist JETZT verfügbar. Einfach in den STORE gehen. Danke.

Hier ist ein Filmtrailer zu sehen über unser Wildniserlebnis. Der Film wird in den Kinos ausgestrahlt werden, allerdings zunächst nur in den USA.

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