Wie sieht es eigentlich hinter einem Wasserfall aus? Bist Du schon einmal hinter einen Wasserfall gegangen oder träumst davon? Ich schon!

Wir bekommen während unserer Europareise für drei Wochen Besuch und haben somit ein Begleitfahrzeug bei uns, was als Späher für schöne Plätze eingesetzt wird.

Während wir mit unseren 7,5 Tonnen warten, wird eines Tages ein Wasserfall ausgekundschaftet. Wir sind gespannt, ob wir mit unserem Wohnmobil dorthin kommen werden.

Der Scout kommt zurück und bestätigt uns, dass wir es schaffen. Lediglich an einer Stelle wäre es „etwas“ eng von den Bäumen her…aber es gäbe eine Stelle, an der wir notfalls wenden könnten. Soweit die Theorie…

Als wir dann zum Wasserfall in Schrittgeschwindigkeit jedem Schlagloch persönlich die Hand schütteln, wird es tatsächlich immer enger und die Stelle, an der wir notfalls hätten wenden können sollen, entpuppt sich als ein Flop. Mit einem 7, 5 Meter Wohnmobil haben wir keine Chance dort zu wenden und so bleibt uns nur „Augen zu und durch“.

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Olivenbäume säumen den Weg und unser schöner Lack vom Wohnmobil wird arg durchgekratzt. Die ersten Kratzer schmerzen irgendwie in meinen Ohren. Es hört sich an, als wenn man mit dem Fingernagel an einer Tafel entlangkratzt!

Bald schon kommen wir direkt am Wasserfall an und können uns auf eine Olivenhainwiese stellen und sind völlig allein. Ein herrliches Plätzchen und jeder Kratzer ist es wert gewesen. Außerdem ist der geschundene Lack ja auch ein guter Grund nach Marokko zu fahren, denn da kann man ihn günstig frisch einfärben lassen – und das für günstig Geld. Irgendwann also.

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Zunächst aber fährt es sich jetzt mit einem zerkratzen Wohnmobil wesentlich entspannter, denn wir müssen von nun an nicht mehr auf den Lack achten – er ist eh verziert und wird uns immer an diesen Wasserfall erinnern.

Am Mittag laufen wir dann einen idyllischen und verwunschenen Pfad hinunter zum Wasserfall. Etwa 10 Minuten windet sich der Weg und wir tauchen ab in eine Welt jenseits dieser Welt! Am Wasserfall angekommen, bleiben wir staunend und ergriffen von dieser Schönheit stehen und saugen dieses Bild ein. Auf Bildern kann man diesen Eindruck nur sehr begrenzt einfangen. Unbeschreiblich schön!

Wir entscheiden uns im Wasser baden zu gehen, auch wenn es POPOKalt ist. Für die Schwaben Leser: es ist Arschkalt! Aber nur am Anfang, denn irgendwann scheinen alle Glieder ab gefroren und man spürt nichts mehr. Und da es soooo schön ist, bleiben wir eine Stunde im Wasser! (Am nächsten Tag kommt eine Gruppe Holländer und keiner von ihnen taucht auch nur einen Zeh ins Wasser!)

Für uns war jedoch die Faszination, dass es möglich ist, hinter den Wasserfall zu schwimmen so groß, dass wir einfach rein mussten. Ich wollte das schon immer mal machen – und nun stehe ich unter und hinter dem Wasserfall. Ein Erlebnis so schön, dass mir vor Rührung die Tränen laufen. Die Natur ist ein Kunstwerk. Auch unsere Teenager sind sehr berührt von diesem Ort und machen ein verklärtes Gesicht. Sie schwimmen ausgelassen im Wasser und ich bin mir sicher, diese Erfahrung werden sie nie vergessen. Als Mutprobe tauchen sie an einer Stelle unter dem Wasserfall hindurch, wo die Strömung sehr stark ist und sie nach unten gedrückt werden, um dann wieder frei gegeben zu werden. Nervenkitzel ist ja für Jugendliche immer wieder wichtig 😉

Ich finde, ein Wasserfall – ist etwas, was jeder einmal gesehen haben sollte 🙂 Und hinter einen zu schwimmen ebenso – das hat auf meiner Lebens to do Liste noch gefehlt….

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