Warum wir (fast) nackt durch den Wald gerannt sind als Familie willst du wissen?

Als wir in der Wildnis im Wald gelebt haben, hatten wir keine „Hightech Outdoor Kleidung“ dabei. Alles was unseren Körper bedeckte war aus Naturmaterialien, bevorzugt Schurwolle oder Baumwolle. Wir wollten im Wald mit der Natur verschmelzen und nicht auffallen wie bunte Papageien.

Selbst wenn es regnete, sind wir mit dieser Kleidung warm und mit der Schurwolle auch trocken geblieben. Es hat schon wirklich in Strömen gießen müssen, um uns bis auf die Haut zu durchnässen, beziehungsweise haben wir uns bei starkem Regen (fast) nackt ausgezogen und die Kleidung so ineinander gestülpt, dass maximal die Außenschicht nass wurde.

Wenn wir dann irgendwo einen Unterschlupf gefunden haben, konnten wir, wenn wir abgetrocknet waren, die trocken gebliebenen Klamotten wieder anziehen. Dabei haben wir nie ein Handtuch benutzt und tun das bis heute kaum. Meistens lassen wir uns Luft oder Sonnentrocknen. In der Wildnis haben wir uns am Feuer geräuchert. Und Räucherware hält bekanntlich länger.

Unser genaueres Equipment zeigen wir Dir auf dieser Seite hier auf unserem Blog. Folge einfach diesem Link.
Ich kann es mir nicht verkneifen, aber manchmal muss das ausgesehen haben, als würde Catweazle durch den Wald hüpfen.

Füße im Wasser

Es war natürlich schon eine Überwindung, so wenig geschützt durch den Wald zu laufen. Zum einen hätten wir ja durchaus einen Bär erschrecken können –
zum anderen war es am Anfang sehr kalt. Ein Gefühl als würde man unter die kalte Dusche steigen. Da wir das jedoch in unserer Vorbereitungszeit für das Wildnisjahr geübt hatten, war es nur eine kurze Überwindung.

Wenn es draussen zu kalt war, mussten wir halt unseren inneren Ofen anwerfen. Also liefen wir schneller. Das hatte zum Vorteil, das man weniger Zeit im Regen verbrachte und somit schneller die ganze Sache hinter sich bringen konnte.

Manchmal, wenn ich durch den Regen rannte habe ich mich gefragt, ob ich, wenn ich schneller renne, auch weniger Tropfen abbekomme? Naja – es gibt ja anscheinend eine mathematische Logik dahinter: Man ist zwar nur kürzere Zeit im Regen, aber dennoch bekommt man die selbe Menge an Wasser ab, als wenn man die gleiche Strecke  langsamer abläuft.
Mir hat es dennoch geholfen, daran zu glauben, dass ich weniger nass werde, wenn ich schneller laufe. Einbildung ist auch eine Bildung, Mathematik hin oder her.

Davon abgesehen haben wir es so weit es ging vermieden in Regenwetter zu geraten. Auch Tiere verkriechen sich eher bei einem solchen Wetter. Und die haben wir uns ja zum Vorbild genommen.

Vor allem haben wir versucht, tunlichst zu vermeiden, dass wir tiefliegende Zweige von Bäumen zu sehr tranchieren, denn das war dann immer eine extra Dusche. Apropos Dusche, den Regen haben wir manchmal tatsächlich auch genutzt um zu Duschen. Unser Duschgel bestand aus einer Hand voll junger Tannennadeln, mit denen wir uns dann eingerieben haben. Fürs Peeling haben wir den Sand aus dem See genommen. Da fällt mir ein….

Ich schweife etwas ab, aber diese Geschichte ist einfach zu witzig!

Saunajurte

„In Portugal haben wir eine Saunajurte und neben dran einen großen Sandkasten. Den Sand daraus habe ich genutzt, um mich nach einem Saunagang mit Sand einzureiben. Das ging auch ganz gut und der Sand flutschte schön über meine Haut. Doch der Duft, der dann an mir hoch stieg, war schrecklich. Hatte ich erwähnt, dass wir fünf Katzen haben?! Alles klar? Ja! Ich habe mich mit einem „Katzen – Sand – Kot – Gemisch“ eingerieben. Seltsam, danach wollte mich keiner aus meiner Familie in den Arm nehmen….“

So nun zurück zum eigentlichen Thema.

Meistens hat uns so ein Regenlauf äußerlich und innerlich erfrischt und es war ein schöner Spaß, bei dem wir viel lachen mussten. Danach haben wir umso mehr gespürt, dass wir leben! Diese Momente des Lebens sind es, die sich in uns vertiefen und bleibenden Eindruck hinterlassen. Wir sollten sie viel öfters kreieren!

Und oben drein, haben wir mehr und mehr Respekt bekommen, vor all den Tieren und Pflanzen, die immer den Witterungen ausgesetzt sind und ihren selbstverständlichen Umgang mit dieser unabänderlichen Situation.

Blume hinter einer Glasscheibe

Wie sieht es bei dir aus?`Wann hast du das letzte Mal etwas Verrücktes gemacht? Regnet es gerade bei dir? Wie wäre es dann mit einem Regenlauf oder Regentanz? Es muss ja nicht gleich nackt sein. Aber wer von uns Erwachsenen traut sich schon mit Gummistiefeln oder gar barfuß durch die Pfützen zu laufen? Du???? Ich fände das toll und würde mich mit dir freuen – und ich verspreche dir – den Tag wirst du nicht vergessen.

Wenn es eine Liste der Dinge gibt, die ich machen will in meinem Leben, so wäre es „nackt im Regen zu sein“. Ich kann es abhaken.

Also raus aus den schicken Schuhen und rein in die Gummistiefel – oder gleich barfuß bleiben und die Badeente nicht vergessen.

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