Ferienzeit bedeutet Landgang für Freilerner.

Es ist immer wieder aufs Neue ein Phänomen. Sobald Ferienzeit ist, sieht man, wenn man genau hinschaut, ein Periskop aus dem Ozean des Bildungslebens auftauchen. Vorsichtig sucht es im Rundumblick das Wasser ab.

Wenn die Luft rein ist, wird das Periskop wieder eingefahren und das U Boot erscheint wie ein dicker Wal aus den Untiefen des Lebens auf der Oberfläche.
Während das Wasser noch abperlt, wird die schwere Luke geöffnet und endlich, endlich wieder frische Luft in die Lungen eingeatmet.

Wochenlang konnte dieses U Boot nur nachts über Wasser kommen, weil es ansonsten in große Schwierigkeiten gekommen wäre. Ein Leben unter Wasser war für sie notwendig und galt ihrer Sicherheit, denn ein Leben über Wasser hätte für sie bedeutet, dass sie große Geldstrafen bezahlen müssten und unter Umständen wären sie sogar ins Gefängnis gekommen oder zumindest hätten sie ihre Kinder verloren. Denn Eltern, die ihre Kinder angagiert selbst betreuen und die Bildung finanzieren, sind leider kriminalisiert und ein Leben im Untergrund ist häufig das Ergebnis der Qual der Wahl.

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Ja, diese U Boote sind zumeist „Freilerner Familien“. In der Ferienzeit genießen sie also den Landgang und fallen nicht mehr auf, wenn die Kinder am Tag irgendwo auftauchen. Denn in dieser Zeit, sieht man wieder all die Kinder, die ansonsten meist den gesamten Tag in einem Gebäude namens Schule sitzen. Wenige Wochen führen sie also ein normales Leben. Doch bereits mit dem Ferienende wird wieder alles klar Schiff gemacht, um erneut in die Untiefen abzutauchen.

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Manchmal werden sie dann doch von jemanden erspäht, zumeist irgendwelche Nachbarn, die umgehend und eifrig eine anonyme Anzeige schalten.

Wäre man ein Wal, könnte man aus dem U Boot sehr fröhliche Stimmen hören, Musik und Lachen. Würde man durch die Luken spickeln, könnte man Kinder entdecken, die selbstmotoviert ihre Bildung in die Hand genommen haben und eifrig an Projekten arbeiten und sich eigenverantwortlich auf ihr Leben vorbereiten.

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Schade, dass diese Familien das lediglich in Deckung machen können. In den meisten Ländern in Europa ist das anders geregelt und viele Familie, die das Unterwasserleben müde sind, wandern in diese Länder aus. Dort können sie mit offenem Visier leben und müssen nicht mehr das Gefühl haben, etwas falsch zu machen. Der Himmel für Freilerner sind demnach Frankreich, Spanien, Portugal, Österreich usw. Und die Hölle eher Deutschland. Schade.

Diese Familien sind zumeist großartige Familien, die eine große Bereicherung für die Gesellschaft sind, gerade weil sie nicht mit dem Strom schwimmen. Deutschland verliert in meinen Augen daher durch die Engstirnigkeit der veralteten Schulpflicht aus Hitlerszeit viele, viele tolle Familien!

„Wir als Gesellschaft brauchen selbstständig denkende und kreativ gebliebene, ungebrochene Menschen, die ohne Scheuklappen durchs leben gehen. Kopfnicker und angepasste Menschen braucht jedoch die Wirtschaft. Und diese werden zuhauf in der Schule gebastelt. Kindern wird die Lernfreude abtrainiert und sie werden zu unreflektierte und funktionierende, den Staat nicht hinterfragende Menschen umerzogen. “

Diese Aussage machte ein älteres Ehepaar unlängst in Mecklenburg uns gegenüber. Sie waren begeistert von unserem Lebenskonzept.

In diesem Sinne – gutes Tauchen an alle Freilerner, die bald schon wieder in die Unterwasserbildungswelt eintauchen. Vielleicht sieht man sich ja auf dem Meeresgrund – blubb.

Und gebt die Hoffnung nicht auf, dass vielleicht die Kinder unserer Kinder ein Leben in selbstbewusster Freiheit leben können und dann die Möglichkeit haben, frei zu lernen! Wir sind die Pioniere…

Unsere Geschichte hin zur Freiheit kannst Du hier nachlesen….
Wildwuchs statt Baumschule

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